Commitment statt Chaos: Warum weniger oft mehr ist

achtsamkeit commitment face yoga orientierung selbstfürsorge weniger ist mehr Jan 09, 2026
Sonnenuntergang über dem Meer mit Felsen im Vordergrund symbolisiert Ruhe und Klarheit

Die Welt ist laut. Und manchmal braucht es etwas anderes.

Es gibt Phasen im Leben, in denen sich etwas leise verschiebt.

Älter werden und es im Spiegel zu bemerken ist eine davon.

Das Gesicht verändert sich. Die Haut fühlt sich anders an. Und eigentlich wünscht man sich Zeit, um mit dieser neuen Version vertraut zu werden. Zeit, um reinzuspüren und anzukommen in diesem neuen Abschnitt.

Doch diese Zeit ist selten still. Gerade dort, wo es um Aussehen, den Körper und das Älterwerden geht, ist die Welt besonders laut.

Überall begegnen uns schnelle Lösungen, Wunderübungen und Versprechen, die Orientierung vorgaukeln und oft genau das Gegenteil bewirken. Es gibt unzählige Stimmen, Ansätze und Wege, die alle richtig erscheinen wollen.

Diese Lautstärke kann inspirieren. Sie kann aber auch verunsichern. Vor allem dann, wenn man ohnehin schon spürt, dass man etwas verändern möchte, ohne genau zu wissen, wie.

Wenn viele Möglichkeiten nicht mehr Freiheit bedeuten

Mit der Zeit entsteht das Gefühl, alles kennen zu müssen. Alles richtig machen zu sollen. Aber wie baut man sich eine eigene Routine aus all diesen Puzzleteilen zusammen?

Und genau hier beginnt für viele die Verwirrung. Nichts fehlt und Wissen ist auf Knopfdruck verfügbar. Aber oft ist es einfach zu viel gleichzeitig, denn in diesem Überangebot verlieren wir etwas Wesentliches: Die Verbindung zu uns selbst. Und damit auch das Vertrauen in die eigene Intuition.

Genauso, wie nicht viele Personen nebeneinander auf eine Rutsche passen, kann auch das, was sich im Kopf ansammelt, nicht ins Herz rutschen. Weil es einfach zu viel ist. Und weil “die Welt steht uns doch offen” plötzlich kein Segen mehr ist, sondern uns den Fokus erschwert.

Findest du dich in diesen Gedanken?

Warum Orientierung entlastet

Was ich in Gesprächen und Rückmeldungen immer wieder wahrnehme, ist kein Wunsch nach noch mehr Möglichkeiten. Im Gegenteil.

Viele Frauen sehnen sich nach weniger Auswahl, nach weniger gleichzeitigen Wegen und nach mehr Struktur und stabiler Begleitung.

Denn was auf den ersten Blick nach Freiheit aussieht, erzeugt häufig Unsicherheit und inneren Druck. Die Frage, ob man richtig startet. Ob man etwas übersieht. Ob man genug macht.

Gerade in Phasen, in denen sich im Körper ohnehin viel verändert, wirkt dieses ständige Abwägen und Vergleichen eher belastend als stärkend.

Orientierung entlastet das Nervensystem. Ein klarer Anfang nimmt Druck. Ein geführter Rahmen schafft Ruhe, weil er Halt gibt.





Wie ich Face Yoga verstehe

So verstehe ich auch Face Yoga.

Nicht als lose Sammlung einzelner Übungen und nicht als etwas, das ständig variiert oder optimiert werden muss. Sondern als ein System, in dem verschiedene Ebenen miteinander arbeiten. Körper, Gewebe, Nervensystem und Ausdruck.

Das Gesicht reagiert nicht isoliert. Es reagiert auf Spannung, auf Gewohnheiten, auf innere Zustände. Auf das, was gehalten wird, und auf das, was losgelassen werden darf.

Deshalb geht es für mich um ein ausgewogenes Zusammenspiel aus Entspannung, Wahrnehmung und gezielter Arbeit. Wiederholung statt ständig neuem Reiz. Klarheit statt ständiger Abwechslung.

Warum weniger oft mehr ist

Ein ruhiger Rahmen erlaubt dem Körper, wieder mitzugehen. Und dem Gesicht, sich auf seine eigene Weise zu verändern.

Diese Art zu arbeiten braucht kein Mehr an Disziplin oder Ehrgeiz, sondern Commitment. Dableiben und Wiederkommen.

Nicht beim ersten Zweifel weiterzusuchen. Nicht alles sofort infrage zu stellen.

Weniger Reiz verlangt mehr Präsenz. Weniger Übungen brauchen mehr Aufmerksamkeit. Und echte Veränderung entsteht durch Beziehung.

Zu sich selbst. Zum eigenen Körper. Und zu dem Weg, den man gewählt hat.

Eine Einladung ohne Eile

Das ist nicht spektakulär. Aber es ist ehrlich und wirkt.

Vielleicht spürst du beim Lesen, dass es hier nicht darum geht, möglichst viel Neues zu lernen, sondern darum, anders mit dir zu bleiben. Öfter ruhig und aufmerksam BEI dir zu bleiben. 

Gerade entsteht hier ein Raum, in dem genau das Platz haben darf. Ein Raum, der führt, ohne zu drängen, der Struktur gibt, ohne einzuengen, und der nicht lauter sein will als nötig.

Wenn dich diese Art von Ruhe anspricht, darfst du das ernst nehmen.

Zu den kursen